#56

Ausgabe 05 | 2020

Zwicky Riedgarten, Dübendorf

Bereits in der letzten Ausgabe berichteten wir vom Fortschritt auf dem früheren Fabrikareal der Zwicky & Co. AG. Seit wenigen Tagen ist das vollendete Werk nun zu bewundern. Die Verwandlung von Baufeld »D« in ein urbanes Wohnquartier mit Büros und Geschäften ist ein gutes Beispiel für die Projektentwicklungs-Kompetenz von Gross.

Am Beginn der Zusammenarbeit stand eine Projektidee, die es zu optimieren galt. Die Bauherrschaft wünschte sich einen Entwicklungspartner, der als Generalplaner die Weiterentwicklung bis zur Fertigstellung als Totalunternehmung übernimmt. Innert weniger Wochen integrierte Gross das bisherige Team und bereicherte die Planung mit dem eigenen Know-how. Das Hauptaugenmerk galt Kosten und Termin. Die überzeugende Lösung dieser anspruchsvollen Aufgabe führte schliesslich zum TU-Auftrag. Im Herbst 2017 starteten die Bauarbeiten.

Einen neuen Stadtteil zu bauen, ist keine Kleinigkeit. Insbesondere, wenn Architektur und bautechnische Anforderungen eine anspruchsvolle Aufgabe darstellen. Unter dem rund 2  1/2 Hektar grossen Gelände verbindet eine Tiefgarage die fünf Baukörper, welche jeweils 7 bis 8 Stockwerke hoch sind. Zur einen Seite schottet sich das Ensemble in Richtung Strasse und Bahngleise ab. Auf der anderen, beruhigten öffnen sich zwischen den polygonen Grundrissen »Häuserschluchten« deren begrünte Topografien zum Verweilen einladen. Der Name Riedgarten darf wörtlich genommen werden. Die Fassadengestaltung wirkt einheitlich, obwohl jeder Baukörper sein eigenes Design aus Beton und gewellten Faserzementplatten besitzt. Auch die übrige Ausstattung und die Haustechnik wurden mit einem hohen Qualitätsstandard ausgeführt.

Die Gestaltung stammt von LOCALARCHITECTURE sàrl aus Zürich. Das Auftragsvolumen liegt bei 86 Millionen CHF. Im April 2020 wurde die Überbauung übergeben.

Häuserschluchten im Riedgarten
Die zerklüftet strukturierte Fassade erinnert an eine Felswand.
Die zerklüftet strukturierte Fassade erinnert an eine Felswand.

Fotos von Monica Zwicky und dem Riedgarten-Areal: Sandra Stamm Fotografie, Dübendorf, www.sandrastamm.ch

Zum Ufer der Glatt hin öffnet sich das Areal. Im Vordergrund lädt der Promenadenweg zum Spazieren ein.  Am rechten Bildrand ist das Fachwerk des historischen Kosthauses zu erkennen.
Zum Ufer der Glatt hin öffnet sich das Areal. Im Vordergrund lädt der Promenadenweg zum Spazieren ein. Am rechten Bildrand ist das Fachwerk des historischen Kosthauses zu erkennen.

Das Interview

MONICA ZWICKY, Zwicky & Co. AG

Im Interview sprechen wir mit Prof.  Dr.  Monica  Zwicky. Sie ist Delegierte des Verwaltungsrates der Zwicky  &  Co. AG, der Bauherrin des Riedgartens.

Zum Geschäft von Zwicky gehörte es schon immer Funktion und Ästhetik aufs Beste zu verbinden. Mit welchem Vorgehen schaffen Sie es, die notwendigen Fähigkeiten im Unternehmen zu aktivieren und extern zu akquirieren?

Unsere Firma hat über 160 Jahre lang Nähfaden produziert. Jede Schweizer Hausfrau kannte unsere Produkte, aber auch im Export überzeugten wir mit hoher Qualität und mit einer breiten Farbpalette. Zuletzt entwickelten wir moderne Sicherheitsfäden, die für die Herstellung von Airbags verwendet wurden. Die Transformation eines Industrieareals in ein neues Stadtquartier erfordert natürlich andere Kompetenzen als die Herstellung von Nähfaden. Unsere kompromisslose Suche nach hoher Qualität zusammen mit der Offenheit, sich lösungsorientiert an neue Bedürfnisse anzupassen, konnten wir aber beibehalten. Im Übrigen haben hervorragende Architekten, Ingenieure und andere Fachspezialisten ihr Wissen in unser Projekt eingebracht.

Was gefällt Ihnen am Riedgarten besonders?

Der Riedgarten ist das letzte grosse Neubauprojekt auf dem Zwicky Areal. Die spezielle Lage zwischen der Kantonsstrasse und der Glatt erforderte eine besondere Sorgfalt bei der Entwicklung des Projektes. Dass es den Architekten gelungen ist, die Gebäude so zu platzieren, dass jede Wohnung Sicht auf den begrünten Innenhof und auf den Glatt-
raum bekommt, hat mich sofort überzeugt. In einem gemeinsamen Projekt mit dem Kanton Zürich werden wir im nächsten Jahr noch den Fluss im Bereich unseres Areals revitalisieren und dabei Nischen für die Erhaltung der Artenvielfalt erstellen. Auf diese Aufwertung des Freiraums freue ich mich ganz besonders.

Wie lautet Ihr Resümee zur Zusammenarbeit mit Gross?

Die Zusammenarbeit mit Gross war eine echte Partnerschaft. Von Anfang an hatten wir das Gefühl, dass Gross nicht nur für sich, sondern auch für uns immer die beste Lösung suchte. Sie informierten offen und transparent in jeder Phase des Projektes. Schade, dass der Riedgarten das letzte grosse Neubauprojekt ist auf dem Zwicky  Areal. Ich würde jederzeit gerne wieder mit Gross zusammenarbeiten.