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Ausgabe 06 | 2019

Residenz zur Linde in Windisch

Altersgerecht Wohnen mit Service nach Bedarf

Mit der Residenz zur Linde hat an einer städtebauliche Schlüsselposition ein altergerechtes Wohnprojekt seinen Platz gefunden. Vis-à-vis der Klosteranlage Königsfelden an der Zürcherstrasse umarmen beide Flügel des markanten urbanen Baukörpers einen geschützten Gartenraum zum rückseitigen Lindenhof hin. Der perfekte Ort um sich im Alter wohlzufühlen.

Dass die Fläche nicht längst überbaut wurde, verwundert rückblickend. Für das Grundstück im Besitz einer Pensionskasse fehlte jedoch eine geeignete Entwicklungsperspektive. Das ist acht Jahre her. Gross analysierte die Machbarkeit mit Testplanungen, sucht einen Investoren, findet diesen mit der Durent AG und übernimmt das Projekt als Totalübernehmer. Mitte 2017 beginnen die Bauarbeiten. 

Um das Projekt zielgerichtet zu konkretisieren wurde ein Nutzungskonzept erstellt und die Sanavita AG konnte als Betreiberin der Anlage gewonnen werden. Ausschlaggebend war die Nähe zum unmittelbar angrenzenden Alterszentrum Lindenpark

Im dem von Galli Rudolf Architekten aus Zürich entworfenen Gebäude werden 31 Wohnungen mit zwei ellipsenförmigen grosszügigen Treppenhäusern erschlossen. Die altersgerechtechten barrierefreien Wohneinheiten bestehen aus 1 ½ bis 3 ½ Zimmern. Zeitgemäss gestaltet bieten sie Wohnkomfort auf hohem Niveau. Alle Wohnungen verfügen über eine wettergeschützte Loggia. Hilfestellung im Alltag bieten farblich herausgearbeitet Durchgänge, Lichtschalter und Beschriftungen. Die Wohnungen sind in ein lebendiges städtisches Umfeld eingebettet.

 
Darum gehören auch Gewerberäume und eine Tiefgarage im Erd- und Untergeschoss zum Ensemble. Der Bau erfüllt MINERGIE-Standard und bezieht seine Energie umweltfreundlich aus Luft-Wasser-Wärmepumpen.

Die Ansprüche an das Wohnen im Alter steigen. Die aktuelle Seniorengeneration ist selbstständig und möchte sich dies möglichst lange erhalten. Auf passende Serviceleistungen greifen viele jedoch gerne zurück. Von der benachbarten Sanavita-Einrichtung können Pflegeleistungen, Mahlzeiten, Teilnahme am Aktivierungsprogramm, Reinigung und Wäscheservice bis hin zur Vollpension gebucht werden.

Seit März sind die Wohnungen bezugsbereit und grösstenteils vermietet. Das Investitionsvolumen liegt bei 15 Mio. CHF.

Öffentlicher Bereich, Residenz zur Linde in Windisch
Auf der Rückseite wird die Urbanität gegen viel Grün eingetauscht.
Außenansicht, Residenz zur Linde in Windisch
Außenansicht der Residenz zur Linde in Windisch.
Innenbereich, Residenz zur Linde in Windisch
Die Gestaltung im Inneren ist nicht nur modern, sie gibt auch Orientierung.
Wohnfläche, Residenz zur Linde in Windisch
Die Einheiten sind mit Wohnflächen zwischen rund 40 m² und 90 m² verfügbar.
Residenz zur Linde, Windisch
Die grosszügigen Fensterflächen geben den Blick auf das Kloster Königsfelden frei.

DAS INTERVIEW

Walter Weber, Geschäftsführung Sanavita AG
Walter Weber, Geschäftsführung Sanavita AG

Walter Weber ist Geschäftsführer des benachbarten Pflegezentrums mit 128 Plätzen, welches für das Dienstleistungsangebot in der Residenz zur Linde verantwortlich ist. Mit ihm haben wir uns über das Projekt unterhalten.

Mit der Residenz zur Linde gehen Sie neue Wege. Wie haben sich die Bedürfnisse älterer Generationen an das Wohnen verändert und was ist Ihre Antwort darauf?

Die Menschen werden immer älter. Das wissen wir aus zahlreichen Statistiken und auch aus den Erfahrungen in unserem benachbarten Pflegezentrum. Dort steigt das durchschnittliche Alter stetig und liegt aktuell bei etwa 85 Jahren. Es ist abzusehen, dass die Zahl der Alleinstehenden über 60 stark zunehmen wird. Gleichzeitig sinkt die Zahl derer, die durch die eigene Familie versorgt werden. In der heutigen Lebensrealität ist das Zusammenleben mehrerer Generationen einer Familie unter einem Dach immer seltener möglich.

Diese Senioren sind wie bereits erwähnt länger fit. Gerade deshalb steigt der Bedarf an neuen Wohnformen, die ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Im Bedarfsfall sollen jedoch Dienstleistungen einer benachbarten Pflegeinstitution unkompliziert bestellt werden können. Die Residenz zur Linde schliesst diese Lücke im Wohnraum- und Pflegeangebot und bedient einen stark wachsenden Markt.

 

Sie standen bereits vor der Planungsphase als Betreiber fest. Wo konnten Sie ihr Wissen im Projekt einbringen?

Das Verständnis von Barrierefreiheit ist ein anderes. Die meisten Neubauten werden heutzutage „barrierefrei“ erstellt. Soll jedoch Pflege angeboten werden, muss auch Raum für die Pflegenden eingeplant werden. So wurden beispielsweise bei den Duschen Vorhänge statt Glaswände eingebaut. Diese können von den Pflegekräften bei Bedarf einfach zur Seite geschoben werden. Weiter haben wir die Organisation Procap beratend hinzugezogen.

 

Wie war die Zusammenarbeit mit Gross?

Gross arbeitet sehr fokussiert und zielorientiert. Der Qualitätsanspruch ist sehr hoch. Alle Abläufe sind straff geführt. Trotzdem wurde unseren Anregungen Verständnis entgegengebracht und so die Planung optimiert. Im Ergebnis wurde die richtige Balance aus wohnlich, barrierefrei und den Anforderungen durch die Pflegedienstleistungen gefunden.

 

Wie gefällt Ihnen das Ergebnis?

Wir haben grosse Freude am Neubau. Die Bauqualität ist ausgezeichnet. Die Residenz zeigt, wie wichtig es ist, dass nicht nur Wohnraum geschaffen wird. Erst die Kombination mit den richtigen Services in individuellem Umfang und darauf abgestimmte Einrichtungen, kann die Gruppe der selbstständigen Senioren adäquat bedienen.