#48

Ausgabe 04 | 2016

Tramstraße in Zürich

Ersatzneubau an der Ecke Tram- und Schaffhauserstrasse in Zürich-Oerlikon

Ein neues kleines
Zentrum für
Zürich-Oerlikon

Der Ersatzneubau an der Abzweigung von Tram- und Schaffhauserstrasse versprüht urbanes Flair und verleiht dem Ensemble die Wirkung eines zentralen Platzes. Die pulsierende Hauptverkehrsader, die Tramlinien sowie die Gewerbeflächen und das Restaurant erzeugen die Stimmung einer lebhaften Metropole. Hier fühlen sich heutige Grossstädter wohl.

Auftraggeber dieses Projektes ist die Zürich Lebensversicherungs-Gesellschaft AG. Die Baukosten liegen bei rund 15 Millionen Schweizer Franken. Im Sommer 2013 konnte Gross Wallisellen die Totalunternehmer-Submission für sich gewinnen. Im Februar des folgenden Jahres war Baubeginn.

Noch bevor mit den Neubauarbeiten begonnen werden konnte, musste der alte Bestand entkernt und abgebrochen werden. Die zentrale Lage in unmittelbarer Nähe zur Strasse den Tramlinien 10 und 14, erforderte cleveres Jonglieren mit dem verfügbaren Stauraum. Schliesslich soll der laufende Strassen- und Nahverkehr nicht ins Stocken geraten.

Das Gebäude umfasst ca. 6.300  m² Geschossfläche und hat ein Gebäudevolumen von rund 18.500  m³. Darin finden Mietwohnungen, einige davon als Attikawohnung, Büro- und Verkaufsflächen ihren Platz. Im Erdgeschoss eröffnete ein vegetarisches Restaurant, dessen Ausbau wurde vom Büro Oberholzer + Brüschweiler Architekten AG ausgeführt. Gross koordinierte die Schnittstellen und notwendige Anpassungen des Grundausbaus.

Hier ein paar bauliche Fakten und Besonderheiten: Die Baugrube wurde mit einer rückverankerten Trägerbohlwand Richtung Nachbarhaus gesichert. Mehrmals wöchentlich wurde an den Messpunkten überprüft, ob es zu unerwünschten Deformationen gekommen ist, um entsprechend schnell reagieren zu können. Die Architektur stammt von der CH Architekten AG, Wallisellen. Die vielen gestalterischen Details und zahlreichen unterschiedlichen Materialien sowie die abgerundete Fassadenform stellten besondere Ansprüche bei der Realisierung. Der Neubau erfüllt den Minergie-Standard in puncto Energieeffizienz und Emissionen. Übergabe und Bezug erfolgten termingerecht im Februar 2016.

Tramstraße in Zürich
Detailverliebt und mit eleganter Rundung gibt sich die Architektur. Im Innern herrscht helle, klare Wohnlichkeit und moderner Komfort.
Innenbereich des Ersatzneubaus an der Ecke Tram- und Schaffhauserstrasse in Zürich-Oerlikon
Innenbereich des Ersatzneubaus an der Ecke Tram- und Schaffhauserstrasse in Zürich-Oerlikon
Ersatzneubau an der Ecke Tram- und Schaffhauserstrasse in Zürich-Oerlikon

DAS INTERVIEW

Portrait Markus Bleuer
Markus Bleuer, Head Real Estate, Development & Construction, Zurich IMRE AG

Markus Bleuer leitet den Bereich Entwicklung und Realisierung der Zurich IMRE AG, Investment Management & Real Estate bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG. Mit ihm sprachen wir über den Verlauf der Arbeiten.

Das war ihr erstes Projekt, welches Sie zusammen mit Gross umgesetzt haben. Wie sind sie auf Gross aufmerksam geworden?
Gross war bis vor einiger Zeit für uns hier in Zürich noch ein weisser Fleck auf der Landkarte. Mit der Gründung des Standortes in Wallisellen und durch Kontakt zum Leiter Patrick Krähenmann rückte Gross in unser Sichtfeld und wurde zur Totalunternehmer-Submission eingeladen.

Der Neubau ersetzt ein vorheriges Gebäude. Was sollte damit erreicht werden?
Die Bestandsliegenschaft aus dem Jahr 1946 war in einem sanierungsbedürftigen Zustand und genügte den heutigen Anforderungen nicht mehr. Als langfristig orientierter Investor achten wir auf überdurchschnittliche risikobereinigte Anlagerenditen ebenso wie auf eine positive Auswirkung auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Haustechnik, Grundrisse und Energieverbrauch wiesen deutliche Defizite auf. Zudem bot das Areal grosses Potenzial für eine innerstädtische Nachverdichtung. Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet waren nur der Rückbau und eine anschliessende Neuerrichtung sinnvoll. Jetzt können wir in einer zeitgemässen Wohn- und Geschäftsliegenschaft modernen Komfort mit einer effizienten und umweltschonenden Nutzungsperspektive anbieten. Ein weiterer Aspekt ist die Lage im Stadtteil Oerlikon, der sich in den letzten Jahren sehr positiv gewandelt hat. Wir sehen in dieser Gesamterneuerung einen weiteren Beitrag zu dieser erfreulichen Entwicklung.

Welche Herausforderungen galt es zu meistern?
Durch die Lage im Zentrum von Oerlikon waren natürlicherweise die Platzverhältnisse beengt und die Kommunikation mit den Anwohnern musste funktionieren. Ausserdem erfolgte die Integration des Hauptmieters Tibits während des laufenden Projekts. Für die Restauranträume mussten diverse konzeptionelle Anpassungen am Grundausbau stattfinden sowie die Koordination der Schnittstellen zum Restaurantausbau durch den Mieter.

Wie lief die Zusammenarbeit mit Gross?
Wie man dem Vorangegangenen entnehmen kann, war eine enge Abstimmung ausgesprochen wichtig. Dem entsprechend war der Projektverlauf sehr kooperativ und lösungsorientiert. Einige abschliessende Umgebungs- und Garantiearbeiten sind zwar noch im Gange, aber ich kann bereits sagen, dass Gross unsere Erwartungen in vollem Umfang erfüllt hat.