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Ausgabe 11 | 2018

Holunderhof Oerlikon

Günstiger Wohnraum mit Anspruch in Zürich

Im Zürcher Norden ist zum Ende des Sommers eine attraktive Überbauung mit beinahe hundert zeitgemässen Mietwohnungen bezogen worden. Sie ersetzt die alte Mietskaserne im Holunderhof. Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Röntgenhof Zürich (GBRZ) investiert in mehrere ihrer Siedlungen. Mit dem Holunderhof beginnt diese Erneuerungsinitiative.

Nachdem Für und Wider von Sanierung und Ersatz sorgsam abgewägt waren, entscheidet sich die GBRZ 2013 für die Nachverdichtung der Wohneinheiten um rund 35 Prozent durch einen Neubau. Nach Planung, Rückbau und Veränderungen an der Erschliessung beginnen die Bauarbeiten im September 2016. Den GU-Auftrag übernimmt Gross Wallisellen.

Der Holunderhof liegt entlang der viel befahrenen Regensbergstrasse. Darauf antworten die Architekten von Schneider Studer Primas aus Zürich mit einer schlichten geschwungenen Fassade zur Verkehrsachse hin. Auf der anderen Seite öffnet sich der Komplex mit drei ovalen Höfen. Der rückgelagerte Park mit seinem wertvollen Baumbestand wird zur Kulisse für die Bewohner. Wie die Logen eines Theaters umrunden die Balkone die Innenhöfe. Grosszügige Fensterflächen geben den Blick ins Grüne frei. Hier zeigt sich das Gebäude wohnlich und natürlich. Ganz anders als die urbane Fassade auf den Aussenseiten.

Die besondere Geometrie des Baukörpers ist eine der Herausforderungen dieses Projekts. Bei der Umsetzung der geschwungenen Fassadenform und der wechselnden Flächen aus Holz, Wormserputz und Glas beweist Gross Wallisellen seine ganze Erfahrung und Know-how.

Zu den Wohnungen gesellt sich noch der städtische Kindergarten in das Ensemble. Zwei Klassen sind im Holdunderhof untergebracht. In der Tiefgarage können 79 Fahrzeuge eingestellt werden.

Nach knapp zwei Jahren wird der Bau im Juli 2018 an die GBRZ übergeben. Dank reibungslosem Verlauf und Termintreue sind sogar weitere Kosten eingespart worden.

Die geschwungenen Fassaden der Innenhöfe des Holunderhofs Oerlikon im Ausschnitt.
Die geschwungenen Fassaden der Innenhöfe mit viel Holz und grossen Fensterflächen.
Die Fassade des Gebäudes Holunderhof Oerlikon, links ist die Straße zu sehen und Himmel.
Die urban gestaltete Fassade zur Regensbergestrasse.
Die Fassade des Gebäudes Holunderhof Oerlikon, rechts ist die Straße zu sehen und Himmel.
Die urban gestaltete Fassade zur Regensbergestrasse.
Frontansicht der Fassaden, die aus Holz sind. Grosse Fensterflächen mit Geländer.
Frontansicht der Fassaden mit viel Holz und grossen Fensterflächen.
Im Vordergrund ein Spielplatz vom Kindergarten mit aufgestellten Holzstämmen und einem Netz. Im Hintergrund die Fassade des Holunderhofs Oerlikon.
Zwei Kindergartenklassen sind im Holunderhof beheimatet.
Zwei Gebäude des Holunderhofs Oerlikon. Das rechte davon in seitlicher Perspektive.
Die Bauten des Holunderhofs Oerlikon.
Vier Balkone der Aussenfassade des Holunderhofs Oerlikon. Im Hintergrund die Innenhöfe.
Balkone der Aussenfassade.

DAS INTERVIEW

Portrait Tatjana Horvath
Tatjana Horvath, Geschäftsführung GBRZ

Tatjana Horvath ist Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Röntgenhof Zürich (GBRZ). Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt preis- und lebenswerten Wohnraum zu schaffen, wie auch zu erhalten. Im Interview haben wir uns mit ihr über das Projekt Holunderhof unterhalten.

Der neue Holunderhof sieht nicht nur toll aus. Sie haben viel neuen Wohnraum geschaffen. Welchen Wertemassstab legen Sie an eine solche Liegenschaft an?

Uns ist es wichtig, dass die Architektur ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis ermöglicht, um vielfältig nutzbaren Wohnraum zu schaffen sowie die Gemeinschaft zu fördern. Städtebaulich soll sich die Architektur gut in die Umgebung eingliedern und auf die Bedürfnisse von Familien, älteren und behinderten Menschen gleichermassen eingehen.

 

Sie haben Grösseres vor und planen zahlreiche Erweiterungen und Sanierungen in den nächsten Jahren. Was ist Ihnen bei der Wahl Ihrer Partner wichtig?

Zu Beginn erstellen wir ein Leistungsverzeichnis, nach dem die Verfahrensart bestimmt wird. Der Holunderhof wurde als GU-Auftrag ausgeschrieben. Neben den üblichen Kriterien, wie Leistungen und Kosten, ist für uns auch ein projektorientiertes Qualitätsmanagement (PQM) entscheidend. Wir achten darauf, dass unsere Projektpartner Vorgaben zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf den Baustellen einhalten. Ein verlässliches und beständiges Projektteam, welches vereinbarte Termine und die Einhaltung des Kostendachs gewährleistet, ist uns besonders wichtig.

 

Wie gefällt Ihnen das Ergebnis persönlich?

Wir sind verblüfft, wie nah das Ergebnis den Visualisierungen der Architekten entspricht. Optisch lassen sich praktisch keine Differenzen ausmachen. Das können wir sicher darauf zurückführen, dass das Projektteam sehr gut zusammengearbeitet hat. Die Baukommissionssitzungen während der gesamten Realisierungsphase haben vor Ort stattgefunden. So konnten wir als Bauherr alle Baufortschritte zeitnah miterleben und beeinflussen. Das hat uns sehr gefallen. Ob alle Bauteile nachhaltig ausgewählt, geplant und ausgeführt wurden, kann man meines Erachtens erst in etwa zehn Jahren abschliessend beurteilen. Aber insgesamt sind wir heute mit dem Ergebnis der Ausführung und dem Projektteam sehr zufrieden. Alle Anstrengungen haben sich gelohnt. Wir danken allen, die uns geholfen haben, ein so schönes Bauwerk zu schaffen.