#51

Ausgabe 10 | 2017

Gesundheitszentrum, Dielsdorf

Aussenansicht Gesundheitszentrum, Dielsdorf

Gestaltung, Funktion und ein nachhaltiges
Konzept führen zum Erfolg

Die Gründung von Gross Wallisellen war noch nicht lange her, als zum Jahresbeginn 2014 der erste grosse Erfolg verkündet werden kann: der Zuschlag für den Wettbewerbsbeitrag des neuen Teams. Der TU-Auftrag für das Gesundheitszentrum Dielsdorf wird das erste „Wallisellener Grossprojekt“.

Was das Team aus den knapp 40 Millionen Franken geschaffen hat, ist beeindruckend. Besonders die Architektur des Pflegetraktes ist von grosser Qualität. Projektpartner Bob  Gysin + Partner aus Zürich gelingt ein absolut zeitgemässer, wohnlicher dabei gleichermassen funktionaler Entwurf. Lichtdurchflutete Räume und ein raffiniertes Farbkonzept schaffen ein positives Ambiente für Patienten und Pflegepersonal. Ein Atrium bringt Tageslicht bis in die Mitte des Baus.

Die netzwerkartige Struktur der Architektur schafft Beziehungen zwischen innen und aussen. Es entstehen Orte für Begegnungen und zum Verweilen. Dieser gestalterische Ansatz war zusammen mit der städtebaulichen Eingliederung und der Aussenraumgestaltung ein massgebliches Kriterium für den Zuschlag im Gesamtleistungswettbewerb.

Weiter besticht der Neubau mit hoher Funktionalität im späteren Betrieb und flexiblen Nutzungsmöglichkeiten, um zukünftigen Veränderungen leicht folgen zu können, ausserdem mit einem durchdachten Personen- und Materialfluss.

Dritter wichtiger Faktor ist eine wirtschaftliche und nachhaltige Lösung. Dieser gilt bereits für das TU-Angebot sowie das Bauprogramm. Die Gebäudetechnik ist „State of the Art“ und energetische Anforderungen erfüllen durchweg Minergie-Standards.

Die anspruchsvolle Gestaltung verlangt natürlich nach besonders sorgfältiger Realisierung. Die Projekt- und Bauleitung kann sich dabei auf ein starkes Partner-Netzwerk verlassen. Suisseplan Ingenieure AG (Bauingenieur), Scherler AG (Elektroingenieur), PGMM Schweiz AG (HLKKS-Planung) und EK Energiekonzepte AG (Bauphysiker) tragen ihren Anteil am Gelingen bei.

Mit dem Neubau wird der zukünftige Bedarf an altersgerechtem Wohnraum und Pflegeplätzen gedeckt. Mit der Physio Plus AG wird das medizinische Angebot um physiotherapeutische Behandlungen erweitert. 

Nach der fristgerechten Übergabe im Juli wird am 16. September 2017 der Neubau offiziell seiner Bestimmung übergeben. Anne-Marie Weder, Leiterin des Pflegedienstes und Mitglied der Geschäftsleitung gibt den zuvor mit einem roten Band versperrten Eingang frei. Bevor Anfang Oktober der Betrieb Fahrt aufnimmt, hat die Bevölkerung an diesem Tag die Chance die Räume zu besichtigen – insbesondere die Einwohner der 22 Verbandsgemeinden, die Träger der Einrichtung sind.

 

Innenraum des Gesundheitszentrums Dielsdorf
Innenraum und Treppe im Gesundheitszentrum Dielsdorf
Wie ein urbanes Netzwerk gestaltet entstehen Zonen für den Personenfluss sowie Bereiche für Begegnungen
Innenraum des Gesundheitszentrums Dielsdorf
Innenraum des Gesundheitszentrums Dielsdorf
Innenraum des Gesundheitszentrums Dielsdorf
Innenraum des Gesundheitszentrums Dielsdorf
Innenraum mit Spinden des Gesundheitszentrums Dielsdorf
Treppe des Gesundheitszentrums Dielsdorf

DAS INTERVIEW

Portrait Markus Sprenger
Markus Sprenger, Direktor und CEO Gesundheitszentrum Dielsdorf

Herr Sprenger, mit dem Erweiterungsbau beginnt ein neues Kapitel in der fast 120-jährigen Geschichte des „Dielsdorfer Spitals“. Welche Erwartungen haben Sie an die Zukunft?

Mit dem Neubau haben wir den Grundstein für ein flexibles Konzept gelegt, welches den Ansprüchen und Bedürfnissen der Bevölkerung unserer 22 Verbandsgemeinden – unser erstes Anliegen – jederzeit gerecht werden kann. Wir können nun eine optimale und umfassende Dienstleistung erbringen, welche viele Pflegestufen abdeckt. Vom selbstständig Wohnen im 5. OG unseres Neubaus, über eine ambulante Langzeitversorgung durch die SPITEX Regional, dem betreuten Wohnen in unseren Aussenwohngruppen bis zur Langzeitpflege. Als Gesundheitszentrum sind wir zwar kein Spital mehr, können jedoch durch die Leistungen unserer Mieterschaft ein umfassendes und ergänzendes Leistungspaket bieten. Diese Zusammenarbeit hat sich seit vielen Jahren bewährt und wird auch in Zukunft der Bevölkerung wertvolle Synergien bieten, denn mit einer Klinik für minimal-invasive Chirurgie, einer Radiologie, einem Augeninstitut, einer gross angelegten modernen Physiotherapie sowie einer Ernährungs- und Hörgerätberatung finden sie alles im gleichen Haus. Unsere Erwartungen an die Zukunft sind somit seitens der Infrastruktur in eine positive Perspektive gebettet, wo Innovation und Entwicklung zum Wohl der Bevölkerung im Zentrum stehen.

Was wird von der Pflege heutzutage erwartet und was bedeutet das für ein Gebäude?

Die Pflege muss anpassungsfähig sein und somit auch das Gebäude. Ein Gebäude muss leben und dem Pflegedienst das geben, was dieser für die beste Ausübung seiner Aufgabe benötigt. Es muss jedoch auch seine Bewohner aufnehmen. In einem Rahmen, wo die Ansprüche der heutigen Generation pflegebedürftiger Menschen erfüllt werden können. Unser Neubau ist auf diese Wechselwirkung zwischen Leistungsempfänger und Leistungsgeber eingestellt. Unser Pflegekonzept und unsere Räumlichkeiten sind aufeinander abgestimmt. Bei einem Neubau ist dies einfacher und bereits bei der Planung umzusetzen. In den bestehenden Gebäuden werden wir mit zeitlich gestaffelten und den Bedürfnissen angepassten Renovationen das Ziel ebenfalls erreichen. So wird der Prozess der Weiterentwicklung auch künftig fortgesetzt.

Können Sie etwas zur Zusammenarbeit mit Gross sagen?

Die Zusammenarbeit war jederzeit sehr konstruktiv. Dieses Wort passt natürlich sehr gut zu einer Generalunternehmung. Konstruktiv ist jedoch auch im zwischenmenschlichen Bereich gemeint, denn ohne eine offene, gegenseitig wertschätzende Grundhaltung wäre die Erstellung dieses Baus in der sportlichen Zeitspanne gar nicht möglich gewesen. Unsere Anliegen als Auftraggeber wurden jederzeit wahrgenommen und mit hoher Kompetenz bei der Umsetzung berücksichtigt.

Wie gefällt Ihnen das Ergebnis?

Der Neubau gefällt nicht nur uns, sondern allen, die bis heute das neue Gebäude besuchen konnten. Am Tag der offenen Tür hat das Interesse der Bevölkerung am Neubau unsere Erwartungen übertroffen.